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Lily Evans 7.Jahr

Kapitel 1

„Wann kapiert der es endlich?“, diese Frage hatte sich Lily Evans schon so oft gestellt. Dieser James Potter war doch echt nicht auszuhalten, „ich hasse ihn, ich hasse ihn so sehr, warum kann er mich nicht endlich mal in ruhe lassen? Was ist denn so schwer daran zu verstehen, dass ich nichts von ihm will?“ Wütend schmiss sich Lily auf ihr Bett, das war doch wirklich nicht zu glauben, schon wieder regte sie sich über ihn auf. Er und seine ach so toll Freunde Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew - die sich selbst nur die Rumtreiber nannten- hatten mal wieder einen ihrer Streiche gespielt. Und dann hatte Potter auch noch die Frechheit sie nach einem Date zu fragen. Das war so typisch, erst den Lehrern Schlaftrank untermischen und dann so tun als ob nichts gewesen wäre. Sie würde ja eventuell mal mit ihm ausgehen, wenn er es nicht immer auf diese plumpe Art versuchen würde: „Hey Evans, was ist gehst du mit mir aus?“ Das war ihr einfach zu dumm. Lily beschloss nicht weiter drüber nachzudenken und stattdessen ihre Hausaufgaben für Muggelkunde fertig zu machen. 2 Rollen Pergament und das bis morgen. Sie würde wieder bis spät in die Nacht wach bleiben müssen. Sie seufzte und ging mit ihren Sachen runter in den Gemeinschaftsraum. Dort setzte sie sich in einen der alten bequemen Sessel vor dem Kamin und begann zu schreiben: Wie Muggel Strom herstellen, wie sie ihn in die Steckdose bekommen und wofür sie ihn brauchen...
„Warum hast du eigentlich Muggelkunde belegt? Ich meine, deine Eltern sind doch Muggel. Du weißt doch schon alles. Da brauchst du das doch nicht als UTZ-Fach zu belegen, das bringt doch nichts!“ sagte plötzlich eine vertraute Stimme hinter ihr. Lily drehte sich um und sah in das Gesicht ihrer besten Freundin Mary Smith. Diese setzte sich neben Lily und packte ihre Hausaufgaben für Wahrsagen aus. Lily antwortete: „Ich finde es interessant zuhören, wie meine Eltern und Freunde auf Zauberer wirken und was diese über Muggel denken. Sie glauben zu Wissen wie Muggel ticken. Aber auch ich verstehe nicht wozu wir 2 Rollen Pergament über die Entstehung und Nutzung von Strom schreiben sollen. Warum findet ihr das so interessant?“ ihre Freundin Mary war reinblütig und wusste deshalb nichts über Strom.
„Ach keine Ahnung, das gilt ja auch nicht für alle, nur für manche. Die, die Muggel überwältigend finden. Ich gehöre nicht dazu. Deshalb hab ich ja auch Wahrsagen gewählt. Ich muss nicht in der Schule hocken um was über Muggel zu lernen. Ich bin schließlich in den Ferien immer bei dir und lerne sie da gut genug kennen.“
„Also ich weiß ja nicht ob Wahrsagen soooo viel interessanter ist. Aber egal, lass uns das zu Ende bringen. Was hast du eigentlich auf?“ sagte Lily, die einfach keine Lust auf Hausaufgaben hatte.
„Wir haben gerade Kartenlesen und jetzt sollen wir die Karten für einen Freund legen. Dann
sollen wir darauf achten ob es sich bewahrheitet und deshalb muss ich es aufschreiben. Ach und übrigens hab ich dich gewählt. Ich werd die Karten fragen ob du jemals mit James Potter ausgehst.“, antwortete Mary grinsend. Sie wusste das sie ihre Freundin so auf die Palme bringen konnte. Und dessen Reaktion darauf ließ auch nicht lange auf sich warten:
„Du willst was machen??? Du kannst mich ja als Opfer nehmen, das ist kein Problem aber dass du die Karten so was fragen willst ist echt krank. Du weißt wie sehr ich ihn und seine Freunde hassen. Na ja gut Remus mal ausgenommen. Der ist ganz okay. Nachdem was die heute wieder gebracht haben, kann James noch so oft fragen, meine Antwort wird Nein bleiben. Und da werden dir auch die Karten nichts anderes sagen.“
„Dann frag ich mich warum du dich so aufregst liebe Lily.“ meinte Mary grinsend. Und fing an die Karten zu misch. Auch Lily widmete sich, wenn auch immer noch ziemlich aufgebracht, wieder ihrem Aufsatz.
Die beiden saßen noch bis ein Uhr morgens im Gemeinschaftsraum der Griffendors. Am Ende stellte sich allerdings heraus, das Lily laut der Karten sehr wohl mit James ausgehen wird. Lily meinte nur das, das nur ein Fehler sein könnte. Und als sie dann endlich ins Bett kamen schliefen sie sofort ohne eine weitere Diskussion über James ein.

Kapitel 2

Als Lily am nächsten Morgen aufwachte fühlte sie sich als ob sie erst 2 Minuten geschlafen hätte. Sie war so müde, dass sie fast wieder eingeschlafen wäre, aber da sie eh schon spät dran war kämpfte sie gegen die Müdigkeit an und weckte Mary die wie gewöhnlich noch schlief. Sie ging ins Bad und kam 10min später perfekt gestylt zurück.
„Wie kannst du in diesen Schullumpen nur so hübsch aussehen? Das muss wohl an deinen Augen liegen. Warum kann ich nicht so aussehen wie du?“ Sagte Mary etwas neidisch. Lily hatte strahlend grüne Augen und rotes volles Haar. Es gab eigentlich nichts was sie nicht an sich mochte. Aber auch Mary war nicht hässlich, mit ihren kurzen blonden Haaren und den blau-grauen Augen war sie genau das Gegenteil. Sie war zwar etwas kleiner und ja gut auch etwas dicker als Lily aber ansonsten gab es nichts was man an ihr zu bemeckern hätte.
„Ach komm schon Mary, hör doch auf dich selbst schlecht zu reden. Ich finde du bist total hübsch. Und jetzt komm, wir müssen langsam mal los, sonst kriegen wir kein Frühstück mehr und das ist wirklich dass letzte was ich heute will. Also bitte beeil dich.“ Sagte Lily, seit sie sich vor sieben Jahren im Hogwarts-Express kennen gelernt hatten und zu den besten Freunden wurden, versuchte Lily ihr klar zu machen das sie nicht hässlich war. „Obwohl,“ dachte Lily, „das ist ja gar nicht von Anfang an so gewesen. Erst seit Sirius sie im 2. Jahr als dickes Monster beleidigt hatte.“ Lily wusste das Mary schon seit ihrer ersten Begegnung in Sirius verliebt war. Doch den interessierte das gar nicht, nicht dass sie es ihm je gesagt hätte, aber er hatte so viele Verehrerinnen dass er Mary da nicht groß beachten würde. Er würde sich wahrscheinlich zusammen mit James über sie lustig machen. Und wenn dann auch noch der “Fan-Club“ von Black davon Wind kriegen würde, dann würde es ihr wohl so ergehen wie Lily. Seit James sie drei bis vier mal in der Woche um ein Date bat (was heißt hier bat?), war sie bei vielen Mädchen extrem unbeliebt. Und zwar bei denen die dem “Potter Fan- Club“ angehörten. Er musste sich nur einmal durch die haare fahren und schon lagen sie ihm zu Füßen. Genauso war es auch bei Sirius, nur das es bei ihm das lächeln war. Aber Lily war anders, sie fand die beiden auf keinen Fall nett, charmant und einfach nur hinreißend. In ihren Augen waren sie nur zwei eingebildete, arrogante, selbstverliebte, pubertierende Machos die sich für die größten hielten. Und das sagte sie ihnen auch, fast täglich, genau wie heute. Denn als Lily und Mary hinunter in die große Halle zum Frühstück gingen, kamen sie leider an den Rumtreibern vorbei. „Remus sieht mal wieder krank aus“, dachte Lily. Wenn sie bloß wüsste was er immer hatte. Doch hatte sie mal wieder keine zeit sich mit diesem Gedanken aus einander zu setzen, denn in dem Moment fragt James mal wieder: „Hey Evans, gehst du am Samstag mit mir nach Hogsmeade?“ Lily starrte ihn an. Hatte sie ihm gestern nicht zur genüge gezeigt was sie von ihm hielt? Das machte sie schon wieder so wütend. „Ignorier ihn einfach, irgendwann wird er es dann schon lassen.“ Meinte Mary, die unentwegt zu Sirius guckte. Dieser schien das gar nicht mit zu kriegen, denn er fand die Szene die sich gerade vor ihm abspielte einfach zu amüsant. Er konnte nicht verstehen, warum James sich immer wieder zum Affen machte, er war sein bester Freund und er wollte nur das Beste für ihn, deshalb versuchte er ihn nun schon seit dem 3.Schuljahr (seit dem wurde Lily von James angemacht) ihn dazu zubringen Evans (wie sie, sie nannten) in ruhe zu lassen und sich eine andere zu suchen. James hatte auf ihn gehört, aber nur teilweise. Er hatte ständig etwas mit anderen Mädchen, aber Lily hatte er nie ganz vergessen, er gab einfach nicht auf.
Das war auch Lily inzwischen klar geworden, doch es regte sie auf, denn schließlich konnte er einfach nur nicht ertragen etwas mal nicht zu bekommen. Sie baute sich vor ihm auf und sagte: „Wie oft noch Potter? Wie oft muss ich dir noch sagen das ich dich nicht ausstehen kann und deshalb nicht mit dir ausgehen werde? Nimm es doch einfach mal hin, du hast verloren. Dies mal hast du dein kleines Spiel nicht gewonnen, such dir eine andere zum spielen und verschon mich endlich damit!“ in Lilys Augen spiegelte sich blanker Hass. Umso erstaunter war sie als James sagte: „Na gut, ich gebe auf, aber glaubst du wirklich es sei nur ein Spiel gewesen? Wenn ja, dann muss ich dir sagen das war bzw. ist es nicht. Warum glaubst du eigentlich dass ich es nicht ernst meine? Ist es wegen den ganzen Anderen? Die hab ich nur weil Sirius meinte ich solle dich endlich vergessen, und Anfang wieder richtig zu leben. Denn falls du es nicht mit bekommen hast, ich mag dich. Ach quatsch ich mag dich nicht sondern ich bin in dich verliebt Lily. Aber du willst in mir ja scheinbar nur das Arschloch sehen. Damit muss ich wohl leben.“ Er sagte das in einem Ton den Lily gar nicht von ihm kannte, nicht so überheblich und falsch wie sonst, er klang eher verletzt, traurig und tatsächlich auch ein wenig enttäuscht. Lily war froh das er nicht geschrieen hatte, sondern ganz normal, nein fast schon leise seine Meinung gesagt hatte. Er stand auf und verließ den Griffendortisch. Seine Freunde folgten ihm. Lily war schockiert, sie glaubt das sie zum ersten mal im Leben den wahren James Potter gesehen hatte und dieser wäre ihr sicher sympathisch gewesen, wenn er nicht so geknickt gewesen wäre. Und hatte nicht eben dieser Echte James Potter gesagt das er sie mochte und das es kein Spiel war? Lily konnte es nicht fassen. Wenn James in Wirklichkeit so war, wie er sich ihr eben gezeigt hatte, dann hätte sie ihm vielleicht doch eine Chance geben sollen. Ohne zu wissen was sie eigentlich tat, lief sie hinter ihm her.
„James! James! Warte doch mal.“ Er blieb stehen und blickte sie an. Er hatte keine Ahnung was jetzt kommen würde. Und auch Lily war nicht ganz klar was sie hier eigentlich tat doch ohne weiter darüber nachzudenken sagte sie: „Es tut mir Leid. Ich glaub ich hab dich völlig falsch eingeschätzt. Ich hab dich immer für so’n eingebildeten, selbstverliebten Macho gehalten, doch eben als du das alles gesagt hast ist mir klar geworden, dass ich falsch lag. Und wenn dein Angebot noch steht, dann würde ich am Samstag sehr gerne mit dir nach Hogsmeade gehen.“ Lily holte tief Luft. Sie hatte das alles in einer atemberaubenden Schnelligkeit gesagt, so dass sie sich wunderte, dass er scheinbar alles verstanden hatte. Sie lächelte ihn leicht verlegen an und wartete, dass er ihr antwortete. Als er dies tat konnte man deutlich die Überraschung in seiner Stimme hören: „Natürlich steht mein Angebot noch. Aber ich hätte nicht damit gerechnet dass du es an nimmst. Also treffen wir uns dann am Samstag um 15:00 Uhr in der Eingangshalle?“
„Okay, um 15:00 Uhr. Aber Potter, wenn sich rausstellt das es doch nur ein Spiel war dann gnade dir Gott.“ Sagte Lily und ihr Gesichtsausdruck ließ bemerken das sie es ernst meinte. Sie wollte gerade gehen als sie sich noch einmal umdrehte und James einen Kuss auf die Wange gab. Dieser schaute sie völlig verblüfft an und auch seine Freunde staunten nicht schlecht. „Der war als Zeichen meiner Entschuldigung gedacht. Und dass es mir wirklich Leid tut.“ Und mit diesen Worten drehte sie sich um, lief zurück in die große Halle, wo sie eine neugierige Mary erartete. Als sie ihr alles erzählt hatte, standen die 4 Rumtreiber immer noch sprachlos draußen vor der Tür in der Eingangshalle. Lily konnte gar nicht glauben, was sie gerade getan hatte. Sie hatte James Potter gefragt ob er mit ihr ausgeht. Und plötzlich kam ihr ein erschreckender Gedanke...

Kapitel 3

...Nein, das war nicht möglich, oder doch? Quatsch, sie doch nicht! Hatte sie sich nicht geschworen, niemals mit ihm auszugehen und schwach zu werden? Und jetzt das? Niemals, sie musste sich irren. Wie könnte sie, Lily Evans, sich jemals in James Potter verlieben? „Nein, ich muss mich einfach irren. Das liegt nur daran, dass er eben so anders war, so menschlich. Genau, das muss es sein. Ich bin nicht in ihn verliebt. Ich war es sechs Jahre lang nicht, dann wird ich mich doch nicht im letzten Jahr in ihn...!“ Lily versuchte verzweifelt nicht an das Wort verlieben zu denken. Doch eigentlich war ihr klar, dass es schon längst passiert war. Als sie fertig gefrühstückt hatte, verabschiedete sie sich von Mary und ging zu einer Doppelstunde Muggelkunde. Heute ging es um Muggelschulen. Es war tot langweilig für Lily, schließlich war sie selbst jahrelang auf eine gegangen. Doch sie versuchte sich auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren und sich zu beteiligen. Als es klingelte, packte sie schnell ihre Sachen und traf ihre beste Freundin im Verwandlungsklassenzimmer. Sie sollten heute ihre Schultaschen in Katzen verwandeln. Lily nutzte die Zeit, um mit Mary über ihre Verabredung mit Potter zu reden: „Was hab ich mir nur dabei gedacht? Wieso hab ich ihn gefragt. Ich kann ihn doch gar nicht leiden. Warum muss ich nur immer so ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich daran Schuld bin, dass jemand leidet, dabei hat er das wahrscheinlich gar nicht. In was bin ich da nur reingeraten Mary? Soll ich dir sagen in was? Man nennt das den Pottersog, er hat mich ja praktisch dazu gezwungen. Ohhh wie ich ihn hasse.“
„Weißt du, Lily, ich glaube nicht, dass du ihn hasst. Ich denke, du bist in ihn verliebt und willst es nur nicht zugeben. Aber ich kann dir versichern, das wirst du noch. Denn ihr werdet mal zusammen kommen. Das haben die Karten gesagt und bei dem Date hat es ja auch gestimmt. Also hör auf dir Sorgen zu machen, es wird schon gut gehen.“ meinte Mary nur knapp. Wie konnte Lily das nur vergessen haben, ihre Freundin hatte ihr doch gestern Abend erst gesagt, dass sie mit James ausgehen würde. Lily lächelte ihre Freundin bei dem Gedanken, dass sie scheinbar eine echte Wahrsagerin war, an und wandte sich wieder ihrer Tasche zu; nach ihrem zweiten Versuch saß vor ihr eine schwarze, unheimlich süße Katze. Lily war zufrieden mit sich und bekam, weil sie es als einzige geschafft hatte, von McGonagall 20 Punkte für Gryffindor. Als es zum Mittagessen klingelte, gingen die beiden Freundinnen in die große Halle und ließen sich ihr Essen so richtig schmecken.
Danach hatten sie eine Freistunde, in der sie nach draußen auf die Länderein gingen. Sie waren gerade dabei, zurück ins Schloss zu Zauberkunst zu gehen, als sie James Potters Stimme hinter sich hörten.
„Ähm... Lily. Hi, tut mir echt total Leid, aber ich kann am Samstag nicht mit dir nach Hogsmead. Ich muss ab 14:00 Uhr bei McGonagall nachsitzen und ich weiß nicht, wann sie mich gehen lässt.“
„Und deswegen kannst du nicht?“ fragte Lily und wunderte sich über sich selbst, warum versuchte sie so zwanghaft das Date aufrecht zu erhalten? „Damit ich es hinter mir habe.“ Versuchte sie sich selbst zu beruhigen. „Na ja, ich meine wir können doch auch später gehen. Sie wird dich schon keine 6 Stunden da behalten, oder? Und wenn es nur auf ein Butterbier in die drei Besen ist. Dann hab ich mein Versprechen wenigstens gehalten. Also was sagst du?“
„Okay, aber es kann sein, dass ich erst um 17:00 oder 18:00 Uhr fertig bin. Wenn dich das nicht stört!“
„Tut es nicht, dann kann ich meine Hausaufgaben noch vorher machen. Aber pass auf, dass du nicht noch mehr Strafarbeiten kriegst. Sag mir einfach bescheid, wenn du fertig bist.“ Und damit drehte sie sich um und ging in den Unterricht.

Der Samstag kam und im Laufe des Tages wurde Lily immer aufgeregter. Sie hatte keine Ahnung, wie sie sich James gegenüber verhalten sollte. Als sie am Morgen die große Halle betrat und sie ihr „Date“ am Gryffindortisch sitzen sah, dachte sie, sie müsse sich übergeben.
Sie war so aufgeregt. Es war nicht ihr erstes Date, nur das erste mit James Potter. Dem James Potter, der von so gut wie allen Mädchen (die Slytherins, Mary und die kleinen Mädchen mal ausgenommen) angehimmelt wurde. Sie war froh, dass es erst heute Abend sein würde und sie sich seelisch schon einmal vorbereiten konnte. Sie sah Mary und lief schnell zu ihr hin.
„Was soll ich nur tun? Ich weiß es ist dämlich, aber ich sterbe gleich vor Aufregung. Was soll ich anziehen? Worüber soll ich mit ihm reden? Was, wenn morgen alle wissen, dass ich mit ihm aus war? Ich glaub echt, ich schaffe das nicht. Bitte sag mir, was ich machen soll, Mary. Bitte!“
„Hey Lily ganz ruhig bleiben. Zu deiner ersten Frage, du sollst mit ihm weg gehen und sonst nichts. Zweitens, es ist nicht dämlich, dass du aufgeregt bist. Ich meine du gehst mit James Potter aus, das ist der Traum von so vielen. Drittens, motz dich nicht zu sehr auf, sondern sei natürlich. Zieh doch den grünen Pullover an, der, der die selbe Farbe hat wie deine Augen. Und dazu, was weiß ich? Den schwarzen, knielangen Rock. Dann bist du natürlich, ich meine in den Ferien läufst du auch so rum. Viertens, ihr werdet schon irgendetwas finden zum Reden. Fang bloß keinen Streit an, sonst kannst du den Abend vergessen. Schrei ihn nicht an, sondern sag ihm vernünftig deine Meinung, ganz ruhig und sachlich. Und zu deiner letzten Frage, was soll’s wenn es alle wissen. Ist doch voll egal. Klar ein paar Mädels mögen dich dann eventuell nicht mehr, aber hey, was soll’s, dafür warst du mit Potter aus. Und jetzt beruhig dich, ich hab all deine Fragen beantwortet und ess jetzt etwas.“
„Du klingst nicht wie meine Freundin, sondern wie der Therapeut zu dem Petunia mal gegangen ist.“ Petunia war Lilys ältere Schwester. Sie war ein Muggel und schon immer neidisch auf Lily. Lily meinte, sie hätte nie aufhören sollen zur Therapie zu gehen, zu der Zeit war ihr Verhältnis nämlich wesentlich besser gewesen.
„Was ist denn ein Tharepuet?“ fragte Mary verdutzt, wieder mal zeigte sich, dass sie keine Ahnung von Muggeln hatte.
„Nicht Tharepute. Der heißt The-ra-peut. Das ist ein Beruf der Muggel. Ist aber unwichtig. Musst du nicht langsam mal los?“
Erschrocken fuhr Mary hoch: „Wieso? Wie spät ist es?“ Mary ging heute mit einem gewissen Theo Trender nach Hogsmead. Und Lily wusste, dass sie auch ein bisschen in ihn verknallt war, trotz Sirius. Aber wenn die alle immer auf Black und Potter warten würden, gäbe es kaum ein Paar in Hogwarts. Abgesehen von Blacks und Potters neusten Kurzzeitbeziehungen.
„Es ist jetzt genau 11:30 Uhr. Wolltet ihr euch nicht jetzt treffen?“
„Oh verdammt. Ich muss los. Viel Glück nachher, nur falls wir uns nicht mehr sehen. Sonst natürlich auch, aber du weißt was ich meine...!“ und weg war sie. Lily saß alleine da und das Frühstück verschwand vom Tisch. Lily hatte sich vorgenommen in die Bibliothek zu gehen und ihre Hausaufgaben für Zaubertränke zu machen. Sie mussten die Wirkung verschiedener seltener Heilpflanzen nachschlagen und jeweils einen Trank aufschreiben in den sie kam. Sie war gerade bei dem 4. Kraut, Herzgespann, und las: es ist wirkt gegen Herzbeschwerden und kommt in den Sud des Lebens. Da hörte sie wieder einmal die Stimme von James, doch der schien gar nicht zu wissen, dass Lily ganz in der Nähe war, denn er sprach mit Remus und zwar über sie: „Man Remus, ich weiß echt nicht weiter, ich hab keine Ahnung was ich mit Lily machen soll. Sie geht doch nur mit mir aus, weil sie ein schlechtes Gewissen hatte, nachdem sie mich so angemacht hatte. Sonst hätte sie das niemals gemacht.“
„Dann sei doch froh James. Das ist doch schließlich genau das, was du immer wolltest: ein Date mit Lily Evans. Jetzt hast du eins und du bist nicht zufrieden, weil sie es nur aus Mitleid getan hat? Ich bitte dich James, das würde sie nie machen.“
„Aber sie bereut es bestimmt schon. Sie hat kein Wort mehr mit mir geredet seit ich ihr das mit dem nachsitzen gesagt hab. Und beachten tut sie mich auch nicht. Das zeigt doch, dass sie mich nicht leiden kann!“
„Oh mein Gott James!!! Denk doch mal nach, wenn das am Montag morgen nur eine Kurzschlussreaktion war, warum hat sie dann am Dienstag, als du ihr gesagt hast, dass du nicht kannst, es nicht einfach akzeptiert? Sie will mit dir weg gehen, sonst hätte sie sich am Dienstag nicht so darum bemüht, dass es doch noch klappt. Und was das andere angeht, wann hat sie dich jemals mehr beachtet? In den letzten paar Tagen hat sie dich nicht ein einziges Mal angeschrieen oder beleidigt. Ich denke schon, dass sie dich mag. Es nur noch nicht weiß. Das meinte zumindest Mary. Sie hat für euch beide die Karten gelegt und es kam eindeutig heraus, dass ihr zusammen kommt. Und ich denke das stimmt auch, schließlich hat es beim Date auch gestimmt. Das hatte sie auch voraus gesagt.“ Bei den letzten Sätzen konnte sich Remus ein Lachen einfach nicht verkneifen. James jedoch blickte etwas verdutzt und fragte: „Woher weißt du, was Mary meint und voraussagt? Remus du verheimlichst mir doch nichts, oder?“ James grinste seinen Freund frech und fragend an. Dieser antwortete: „Nein, ich verheimliche dir nichts, wie du sehr wohl weißt. Nicht mal mein größtes Geheimnis, also bitte etwas mehr Vertrauen. Und ich weiß das. weil ich mit Mary zusammen in Wahrsagen bin und ich ihre Hausarbeiten gesehen habe. Und James. bitte lass mich jetzt weiter Arbeiten. Musst du nicht eh los?“ James blickte auf seine Uhr nickte kurz, winkte und ging schnell zu Professor McGonagall.
Lily. die das ganze mit angehört hatte. war erstaunt. Sie war sich sicher. dass James sie nicht gesehen hatte, also musste er das eben ernst gemeint haben. Konnte es möglich sein, dass er sie wirklich mochte? Nach ca. einer halben Stunde sah Lily ein, dass es keinen Sinn hatte, sich darüber Gedanken zu machen. Und so machte sie ihre Hausaufgaben weiter, sie saß noch gut 2 Stunden ihn der Bibliothek. Dann ging sie in den Gemeinschaftsraum und machte sich fertig. Es war schon 16:00 Uhr. Sie zog das an, was Mary ihr geraten hatte und musste feststellen, dass es wirklich hübsch aussah. Der grüne Pulli, der schwarze Rock und dazu schwarze Stiefel. Die Haare ließ sie offen. Sie legte etwas Lipgloss auf und umrandete ihre strahlend grünen Augen mit einem schwarzen Kajal. Als sie fertig war, betrachtete sie sich noch einmal im Spiegel. „Perfekt,“ murmelte sie leise, „ein wenig, aber immer noch natürlich.“
Sie verließ den Schlafsaal, in welchem sie sich fertig gemacht hatte. Inzwischen war es 17:00 Uhr, als sie in den Gemeinschaftsraum kam, sah sie James gerade durch das Porträtloch kommen. Sie ging auf ihn zu und sagte: „Perfektes Timing. Ich bin gerade fertig geworden.“ Sie lächelte ihn an, er lächelte zurück und sagte: „Du siehst wunderschön aus! Wollen wir gehen?“ Lily nickte und sie gingen los nach Hogsmead.

Kapitel 4

Lily lachte laut auf. Sie hätte nie erwartet, dass James so lustig ist. Er erzählte ihr einen Witz nach dem anderen und sie fand sie wirklich witzig. Noch bevor sie im Dorf angekommen waren, hatte Lily einen Lachkrampf. Sie konnte einfach nicht aufhören zu lachen, bis sie plötzlich auf Severus Snape stießen.
„Na so was, Potter und Evans,“ sagte dieser hämisch grinsend, „hast sie also endlich rumbekommen, Potter? Weißt du, eigentlich dachte ich, du kannst nicht noch tiefer sinken, doch ich hab mich geirrt. Dass du wirklich mit so einem Schlammblut ausgehst. Du solltest dich echt schämen, überhaupt mit der zu reden. Du bist eine Schande für alle Reinblüter. Deine gesamte Familie ist...!“
Doch weiter kam er nicht, denn James hatte seinen Zauberstab gezückt und ließ ihm Seife aus dem Mund quälen, so dass er nicht sprechen konnte. In seiner Stimme lag, als er sprach, nicht nur Hass, sondern auch Abscheu, Ekel und Verachtung: „Wag es nie wieder Lily ein Schlammblut zu nennen. Und nur, weil du mich nicht leiden kannst, gibt dir das noch lange nicht das Recht, meine Familie zu beleidigen. Wenn du es noch einmal tust, und ich meine beides, dann wird dir das sehr Leid tun. Denn dann wirst du Moony und Tatze mal so richtig kennen lernen, wenn du verstehst!?!“
Snape, der inzwischen wieder reden konnte, knurrte: „Das wagst du nicht Potter. Ihr würdet alle von der Schule fliegen. Und vor allem dem lieben Remus würde noch was ganz anderes blühen. Also pass auf, was du zu mir sagst. Und jetzt nimm deine Schlammblutfreundin und geh mir aus dem Weg, du ...!“
Doch wieder wurde er von James gestoppt. Dieser ließ ihn nun nämlich kopfüber in der Luft hängen, darüber hinaus schien er ihn mit dem Silencio-Zauber belegt zu haben. Denn als er etwas sagen wollte, kam nichts raus. James sagte: „Was hatte ich dir gerade gesagt Schniefelus? Noch ein Wort über Lily in meiner Gegenwart und du weißt, was passiert, und glaub nicht, wir würden uns nicht trauen? Denn dir würde eh niemand glauben, dass es Absicht war. Du weißt wie Moony sein kann. Und dass du zufällig da warst, kauft dir sowieso keiner ab. Dazu weißt du zu viel. Und nun Schniefelus entschuldige uns, wir haben noch was vor.“
Damit drehte er sich zu Lily um, die das ganze still verfolgt hatte.
„Sorry!“ murmelte er, als ihm einfiel, dass sie das nicht mochte.
„Ist schon okay, er hat schließlich deine Familie beleidigt und mich auch. Du hast ihn ja gewarnt. Auch wenn ich das mit Moony und Tatze nicht ganz verstehe. Warum sollte er Angst vor Remus und Sirius haben? Aber ist auch egal, geht mich ja gar nichts an. Also lass uns in die drei Besen gehen und was trinken. Ich werd mir den Abend mit dir doch nicht von ihm da,“ sie zeigte auf Snape, der immer noch stumm in der Luft hing, „verderben lassen. Los komm!“
Also gingen sie in die drei Besen. Es war wie immer brechend voll, doch das störte die Beiden nicht im geringsten. Ein paar der Hogwartsschüler sahen sie erstaunt an. Lily konnte dies durchaus verstehen, schließlich hatte sie James immer ziemlich laut gesagt, dass sie niemals mit ihm ausgehen würde. Und das hatte wohl jeder im Schloss mitbekommen. Sie setzten sich an einen Tisch, der etwas abseits stand. James ging los und bestellte für die beiden Butterbier. Lily wartete, sie war angespannt, denn sie wusste nicht worüber sie mit ihm reden sollte. James kam zusammen mit dem Butterbier wieder und setzte sich ihr gegenüber.
Dann fing er an zu reden: „Um ehrlich zu sein, hätte ich nie gedacht, dass ich jemals hier mit dir sitzen würde. Und das ganz ohne böse Blicke von dir.“
Lily sah leicht beschämt aus, als er das sagte.
Er sah es und fügte noch schnell hinzu: „Nicht, dass ich dir einen Vorwurf mache, ich war ein Arsch und du hast mir ja immer gesagt, dass du nichts mit mir zu tun haben willst. Ich hab ja nicht aufgegeben.“
„Stimmt das hast du nicht.“ Meinte Lily lachend.
Sie schwiegen sich an und keiner wusste, was er sagen sollte.
Lily war das unangenehm. Und außerdem war sie ja mit ihm ausgegangen, um ihn besser kennen zu lernen. Also fing sie einfach an, ihn über seine Familie auszufragen. Nach kurzer Zeit waren sie in ein Gespräch über Quidditch, die Schule, Lilys Familie (über James hatten sie ja am Anfang schon gesprochen) und was sie machen wollen, wenn sie nicht mehr in Hogwarts sind.
Lily stellte fest, dass man sich wunderbar mit ihm unterhalten konnte. Er hörte immer aufmerksam zu, das beeindruckte sie ein wenig. Nicht mal Mary hörte ihr so aufmerksam zu, und die war schließlich ihre beste Freundin.
Als es auf halb zehn zu ging, beschlossen die beiden, zurück zu gehen, da sie um zehn Uhr wieder im Schloss sein mussten. Es war zwar schon Anfang Oktober, aber immer noch sehr warm draußen. Deshalb ließen sie sich Zeit und blödelten rum. Lily fühlte sich erstaunlich wohl in seiner Gegenwart. Als sie am Porträtloch ankamen, drehte sie sich zu ihm um und sagte: „Ich hätte nicht erwartet, dass der Abend so schön wird. Aber das war er, er war wunderschön. Du hast mich ständig zum Lachen gebracht und mir aufmerksam zu gehört. Das schafft nicht mal Mary. Deshalb, danke. Danke für den Abend und die Sache mit Snape. Das war wirklich lieb von dir, mich so in Schutz zu nehmen, meine ich.“ James lächelte und wollte noch etwas erwidern, doch Lily drehte sich zum Porträt um. Sie hatte den Mund schon geöffnet um, das Passwort zu nennen, als sie es sich anders überlegte und sich noch mal umdrehte ...

Kapitel 5

... sie drehte sich noch einmal um, genau in dem Moment begann James zu sprechen: „Ach, ähm... Lily, du sag mal, hältst du mich immer noch für einen totalen Idioten? Ich meine, jetzt wo du mich besser kennst, da dachte ich das ... du musst nicht antworten, es ist nur so...“ er dachte, dass Lily sich nur deswegen noch mal umgedreht hatte, weil er sie angesprochen hatte, „dass ich...!“ doch weiter kam er nicht, denn Lily küsste ihn mitten auf den Mund. Er war so überrascht, dass er einfach nur da stand und nichts machte, er war total geschockt, denn damit hatte er beim besten Willen nicht gerechnet, als sie sich dann wieder von ihm löste, murmelte er leise: „Wow!“
Lily grinste ihn an, dann antwortete sie auf seine Frage: „Ja, du hast recht, ich hab dich für einen totalen Idioten gehalten ... ach ich weiß auch nicht. Du warst heute Abend so anders. Du hast nicht ständig damit angegeben, was du so alles kannst, sondern warst einfach du selbst. Wenn du immer so sein könntest, dann würde ich sehr gerne noch mal mit dir weg gehen. Also James Potter, wenn du das willst, dann streng dich an.“
„Weißt du Lily, das is’ so ’ne Sache. Du sagst mir ständig, dass es so’n paar Dinge gibt, die du nicht besonders an mir magst, sagst mir aber nie genau was.“
„Na was wohl. Hör auf irgendwelche Leute zu verhexen, Snape mit einbezogen, wenn du das nicht tust und das verspreche ich dir, wird das hier,“ sie zeigte auf ihn und sich selbst, „garantiert keine Zukunft haben.“ Und damit drehte sie sich um, nannte das Passwort und ließ den immer noch etwas verdutzten James alleine draußen stehen. Als sie das Porträtloch hinter sich zuzog, sah sie wie Remus, Sirius und Peter sie fragend ansahen. Sie ignorierte es. „Wahrscheinlich denken sie, wir haben uns wieder einmal gestritten!“ dachte sie und grinste innerlich. Das Porträtloch ging erneut auf und James kam herein. Er schaute sich suchend um, als er Lily entdeckt hatte, ging er direkt auf sie zu. Lily schien das nicht gesehen zu haben, denn sie ging auf die Treppen die zum Schlafsaal führten zu.
„Hey Lily, jetzt warte doch mal kurz auf mich.“ Rief James ihr nach, und einige Schüler drehten sich interessiert zu ihnen um. Sie erwarteten, dass sie sich zoffen würden und einige fanden das sehr amüsant. Einer davon war Sirius. Doch auch Remus und Peter sahen zu ihnen her.
„Sag mal, muss das sein? Das mit Snape meine ich! Können wir den nicht da raus lassen. Bitte! Du hast doch gesehen wie unsere, ähm... Meinungsverschiedenheiten zustande kommen. Ich muss mich doch wehren, oder nicht!? Oder soll ich zusehen, wie er meine Familie und meine Freunde beleidigt? Das musst du doch einsehen. Ich schwöre dir, ich verhexe andere nie wieder aus Langeweile, nicht einmal Snape. Na ja, Snape fast nie wieder.“
Lily strahlte ihn an: „Das würdest du tun? Nur für mich? Ist das dein Ernst?“
„Klar, für dich würde ich fast alles tun!“
„Nur fast alles?“ fragte Lily und man hörte deutlich die Ironie in ihrer Stimme.
„Ja, na ja vielleicht sogar alles. Aber dann nur für dich. Und für sonst keine andere. Weißt du, dass du, das einzige Mädel auf der ganzen Welt bist, mit der ich mir eine Zukunft vorstellen kann? Und vor allem das erste, für das ich wirklich etwas empfinde? Und das ist mein ernst.“
Lily fühlte urplötzlich ein starkes kribbeln im Bauch, als sie ihm in die Augen schaute. Ihr wurde klar, dass er es wirklich ernst meinte. Und wieder einmal tat sie etwas, was sie sich nicht erklären konnte. Sie legte ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn zärtlich. Dieses Mal war er zwar wieder von ihr überrascht worden, aber blieb nicht vor Überraschung wie gelähmt stehen, sondern küsste sie zurück und legte seine Arme um ihre Taille. Jetzt wurden sie vom gesamten Gemeinschaftsraum angestarrt. Viele guckten erstaunt und überrascht auf die Szene, die Mädchen jedoch, zumindest die, die zum „Potter Fan-Club“ gehörten, funkelten Lily böse an. Sirius starrte sie einige Augenblicke lang mit offenem Mund an, fing dann jedoch an zu grinsen. Auch Remus konnte sich das Grinsen nicht verkneifen und Peter sah sie fasziniert an.
Langsam löste sich Lily wieder von James. Dieser sah sie erstaunt an, doch als er sie lächeln sah, lächelte er zurück und küsste sie noch einmal. Dann gingen sie zu den Sesseln am Kamin, wo ein belustigt aussehender Sirius, ein erfreuter Remus und einen dämlich guckender Peter sie schon erwarteten.

Kapitel 6

Als Lily an diesem Abend zu Bett ging, war sie mit ihren Gedanken immer noch bei James. Er konnte ja so süß sein. Dennoch fragte sie sich, ob er es wirklich ernst meinte als er gesagt hatte, dass er alles für sie tun würde und dass er wirklich etwas für sie empfand. Konnte er sich wirklich eine Zukunft mit ihr vorstellen. Lily hoffte, dass er die Wahrheit gesagt hatte und das nicht nur für sich. „Gott!“ dachte sie, „wenn sich jemals rausstellt, dass es nur ein Spiel war, dann gnade ihm Gott. Dann wird er sich wünschen, nie geboren worden zu sein. Aber das würde er nicht wagen.“ Mit diesem Gedanken schlief sie dann auch ein. Er würde es nicht wagen, ihr weh zu tun, er wusste ja wie aufbrausend sie sein konnte.
Sie hatte in dieser Nacht einen merkwürdigen Traum: sie stand in einem Kinderzimmer und neben ihr stand James. Sie waren schon etwas älter, vielleicht ein oder zwei Jahre. Sie standen zusammen vor einem kleinen Jungen. „Der hat ja die selben Augen wie ich. und diese Nase gehört eindeutig zu James. Das ist nicht möglich. Das kann doch nicht ...!“ dachte Lily. „James und ich und ein Kind. Das kann ja nur bedeuten, dass..., aber das war doch schwachsinnig. Ich bin da doch kaum älter als jetzt. Dann müsste ich ja schon bald von ihm schwanger werden und das würde ich nicht zulassen. Ein Kind von James Potter? Was, wenn es genauso sein würde wie er? Dann tun mir die Lehrer jetzt schon leid.“ dachte Lily.
Sie stand einfach nur da und sah das Kind an. Ihr Kind, ihren Sohn. „Er sieht mir nicht sehr ähnlich, mal abgesehen von den Augen. Sieht bestimmt aus wie James, na ja damit wäre er ja nicht gerade gestraft, oder?“ sie lächelte. Sie sah ihn einfach nur an und empfand Zuneigung für ihn. Allein der Gedanke, dass es ihr Kind sein könnte machte sie unendlich glücklich. Das Bild veränderte sich und sie sah einen schwarzhaarigen Jungen in einer Gruppe von anderen Schülern. „Das muss seine Einschulung sein!“ dachte Lily. Sie hörte eine Stimme: „Harry Potter“ „Harry, sein Name war also Harry. Er sieht ihm so ähnlich. Aber woher hat er die Narbe auf seiner Stirn? Ist das ein Blitz? Das werd ich nachschlagen!“ dachte sie.
Harry setzte den Hut auf und Lily wartete gespannt ab. In welches Haus wird er wohl kommen?
„Gryffindor!“ schrie der Hut. Das Bild veränderte sich wieder, sie sah Harry dieses Mal zwischen zwei anderen Kindern: einem rothaarigen Jungen und einem braunhaarigen Mädchen. Sie saßen in der Bibliothek und suchten etwas. „Verdammt, jetzt haben wir wirklich schon jedes Buch durch und wissen immer noch nicht wer Nicolas Flammel ist!“ jammerte der rothaarige. „Ron, irgendwo muss er drin stehen, ich weiß, ich hab es schon mal irgendwo gelesen. Lass uns weiter machen.“ sagte Harry. Das Bild veränderte sich noch ein drittes Mal. Dieses Mal sah Lily, wie Harry auf einem Besen einem kleinen goldenen Ball hinter her flog. „Er spielt Quidditch. Und das, obwohl er noch im ersten Jahr ist.“ wunderte sich Lily. Das Bild war gerade dabei, sich ein viertes Mal zu verändern, als Lily von einem Geräusch wach wurde. Es war bereits Morgen und Lily sah die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster scheinen. Sie sah sich um und erkannte, dass Mary in ihrem Bett lag und schlief. Sie war noch nicht da gewesen, als Lily ins Bett gegangen war. Sie hatte also noch keine Ahnung, dass Lily nun mit James ging. Doch Lily konnte sich ihre Reaktion bildlich vorstellen. Sie sah wie sie sie vor Freude umarmte. Lily grinste bei diesem Gedanken. Sie sah sich um. Ihre Zimmergenossinnen Claire Ether und Lara Tenner schienen schon wach zu sein. Lily hörte ihre Stimmen aus dem Bad, sie sprachen so laut das Lily sie ohne weiteres verstand.
„...wie sie ihn angeguckt hat, einfach erbärmlich. Als ob sich James jemals in so eine Zicke verlieben würde. In was für einer Traumwelt lebt diese Evans? Ich meine, es ist doch wohl wirklich nicht zu übersehen, dass James auf mich steht. Diese Blicke, die er mir zuwirft. Aber er spielt halt gerne mit anderen Mädels. Lily ist doch bloß das nächste Opfer. Ohhh, wie gern ich ihr Gesicht sehen würde, wenn er mit ihr Schluss macht.“ sagte Lara in ihrem üblichem selbstgefälligem Ton.
„Diese dumme Kuh, die ist aber auch so extrem von sich überzeugt. Das ist echt schlimm. Claire gibt ihr bestimmt wieder Recht. James und der Blicke zuwerfen? Der macht sich doch höchstens über sie lustig. Aber der wird ihr lachen schon noch vergehen. Ha!“
„Ach weißt du Lara, ich bin mir da nicht so sicher. Ich meine, James könnte jede haben, genau wie Sirius, der nutzt das auch aus, aber James ... ach ich weiß auch nicht. Vielleicht mag er sie ja wirklich. Ich meine er rennt ihr doch schon seit gut vier Jahren hinterher. Ich denke, er meint es ernst mit ihr. Und das gönne ich ihr auch, sie ist doch eigentlich total nett und nur, weil du sie nicht magst, weil James auf sie steht, heißt das noch lange nicht, dass ich sie auch nicht mag. Ich finde die beiden passen richtig gut zusammen. Ich hab mir dein Geläster wirklich lange genug angehört und find du tust ihr unrecht.“ sagte Claire mit fester Stimme. Auch wenn man merkte, dass sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlte. Lara war ihre beste Freundin und sie fiel ihr gerade in den Rücken, wegen Lily. Diese war total verwundert. Sie hätte nie gedacht, dass Claire sie mag. Sie dachte immer, sie sei genauso wie Lara. Aber da hatte sie sich wohl getäuscht.
„Wie kannst du es wagen mir so in den Rücken zufallen? Lily Evans zu verteidigen, die unser Leben zur Hölle gemacht hat. Sie ist doch genauso, wie wir immer sein wollten, oder nicht? Sie hat alles was, sie will und hat uns nie beachtet. Sie hat Snape vor James und Sirius beschützt, aber mit uns wollte sie nicht einmal reden! Und du schützt sie. Was ist bloß mit dir los? Ich dachte du wärst meine Freundin.“
„Du verstehst es nicht, oder?“ fragte Claire ihre Freundin, „Lily hat nicht mit uns geredet, weil du sie immer bloß blöd angemacht hast. Sie hat wahrscheinlich gedacht, dass ich genauso bin. Ich meine James hat sie doch auch für eingebildet und arrogant gehalten und jetzt sind sie zusammen und sie liebt ihn. Sie hat sich in ihm getäuscht, hat das jedoch eingesehen und ihm eine Chance gegeben. Und ich werde versuchen ihr zu zeigen, dass ich anders bin als du, ich bin nicht so selbstverliebt und eingebildet wie du. Ich brauch dich nicht, ich finde andere, bessere Freunde. Freunde, die nicht von mir verlangen, dass ich über einen so netten und hilfsbereiten Menschen wie Lily Evans lästere. Und jetzt lass mich in Ruhe.“
Lily sah, wie Lara aus dem Badezimmer gestürmt kam und raus rannte. Lily wusste nicht, wie sie sich Claire gegenüber verhalten sollte. Sie beschloss ihr die Wahrheit zu sagen.
„Claire?“ fragte Lily vorsichtig und ging ins Bad.
„Lily! Oh Gott, du hast uns doch nicht etwa gehört, oder?“
„Tut mir leid, es ließ sich nicht vermeiden. Ich wollte nur sagen, dass es mir Leid tut, ich bin Schuld daran, dass du dich mit deiner besten Freundin gestritten hast. Und ich wollte mich bei dir bedanken, dass du dich so für mich eingesetzt hast, obwohl du mich ja gar nicht richtig kennst und ich auch nicht gerade nett zu dir war. Das tut mir wirklich voll Leid. Hast du nicht Lust dich mal mit Mary und mir zu treffen? Oder wir könnten zusammen frühstücken. Ich sag das nicht aus Mitleid. Ich hab nur eingesehen, dass ich mich in dir getäuscht habe und mit den letzten Menschen, in dem ich mich getäuscht habe, bin ich jetzt zusammen, also...!“
„Mit wem bist du zusammen? Lily, was hab ich verpasst? Was verschweigst du mir? In wem hast du dich getäuscht?“ hörte sie Mary hinter sich.
„Sie weiß es noch nicht? Ich dachte, sie sei deine beste Freundin und würde es noch vor allen anderen erfahren.“ sagte Claire verdutzt und sah Lily irritiert an.
„Nein, sie weiß es noch nicht, denn als sie letzte Nacht gekommen ist, hab ich schon geschlafen und hatte einen wundervollen Traum.“
„Hallo, Lily? Bekomme ich bitte mal eine Antwort? Mit wem bist du zusammen? Und wieso weiß sie das vor mir?“
„Oh, ja natürlich. Sorry Mary. Klar kriegst du eine Antwort. Ich bin jetzt mit James zusammen. Jetzt fang bitte nicht an zu schreien. Ich bin echt noch nicht wach genug, um das auszuhalten. Und nicht nur Claire weiß es vor dir, sondern so ziemlich der ganze Gryffindorturm, denn ich hab ihn gestern Abend im Gemeinschaftsraum vor allen anderen geküsst. Nachdem er mir gesagt hat, dass er für mich aufhört all diese Leute zu verhexen und dass er mich wirklich mag und dass ich das einzige Mädchen bin, mit dem er sich seine Zukunft vorstellen kann. Ich weiß, was du jetzt denkst, das war naiv und ihm das alles zu glauben. Aber er war gestern in Hogsmead einfach so süß und nett. Gar nicht so eingebildet und aufdringlich wie sonst und nachdem er Snape verhext hatte, weil dieser mich und seine Familie beleidigt hatte, hat er sich bei mir dafür entschuldigt. Er kann einfach super zuhören und ist einfach ganz anders, als er sich sonst gibt. Er ist einfach nur...perfekt! Na ja nicht perfekt, aber du weißt was ich meine!“ Lily grinste ihre Freundin an. Diese war sprachlos.
„Komm, lass uns, uns fertig machen und dann frühstücken gehen. Claire willst du mit uns kommen?“
„Klar, gerne.“ strahlte Claire und ließ die beiden im Bad alleine.

Kapitel 7

Als sie endlich fertig waren, gingen sie runter in die große Halle zum Frühstück. Lily sah sich sofort nach James um, sie entdeckte ihn ziemlich schnell, musste jedoch feststellen, dass Lara neben ihm saß. Er schenkte ihr keine große Beachtung, sondern unterhielt sich mit Sirius. Als Lara Lily sah, grinste sie diese an und fing an, James noch mehr anzumachen. Lily hatte nun jedoch genug und ging geradewegs auf ihren Freund zu. Da dieser ihr den Rücken zugekehrt hatte, bemerkte er sie nicht. Sie schlang ihr Arme von hinten um seinen Hals, beugte sich zur Seite und gab ihm einen Kuss auf die Wange. James drehte sich um und lächelte sie an. Dann zog er sie zu ihm runter und küsste sie lang und zärtlich. Lara saß da und man sah ihr an, dass sie wütend wurde. Doch als sie dann auch noch hörte, was Lily zu James sagte, platze ihr der Kragen.
„Ich liebe dich.“ sagte Lily nämlich.
Lara fing laut an zu lachen und sagte hämisch: „Oh mein Gott Lily, glaubst du im Ernst, dass James dich liebt? Ich bitte dich, du bist doch bloß eine von vielen, sonst nichts. In Wirklichkeit liebt er mich. Es ist ihm nur noch nicht richtig klar.“
Lily funkelte sie böse an und wollte schon etwas sagen, als Lara noch einen obendrauf setzte: „Oder hast du etwa gedacht, er würde sich in ein Schlammblut wie dich verlieben? Ich bitte dich, er ist reinblütig und hat Geschmack, doch du bist ...!“ sie verstummte, denn James hatte seinen Zauberstab gezückt und zischte ihr zu: „Wenn du es noch einmal wagst Lily zu beleidigen, dann werde ich dir einen Fluch auf den Hals hetzten von dem dir hören und sehen vergeht. Und wie kommst du auf die kranke Idee, ich würde dich lieben? Du bist nichts weiter als eine eingebildete Zicke. Und was meine Gefühle zu Lily angeht, das hat dich gar nicht zu interessieren. Und jetzt tu mir den Gefallen und sprich mich nicht wieder an, okay!?“
Lara schaute ihn noch einmal gekränkt an und drehte sich weg.
„Du hast Recht sie geht es nichts an, was du für mich empfindest aber mich schon, also was ist?“ fragte Lily etwas unsicher. „Was wenn er mich nicht liebt?“ dachte sie. Doch ihre Bedenken wurden sofort wieder zu Nichte gemacht als James sie wieder zu sich zog und in ihr Ohr flüsterte: „Was denkst du wohl, was empfinde ich für dich? Meinst du echt ich wäre dir jahrelang hinterher gelaufen, wenn du nur eine von vielen wärst? Wohl kaum! Denn ...“ dann hörte er auf zu flüstern, schob sie etwas weg von sich und sagte, so das es jeder in der Nähe mitbekam: „...Ich liebe dich, Lily Evans!“ und mit diesen Worten zog er sie wieder an sich und küsste sie noch länger als das Mal davor. Lara, die immer noch neben ihm saß, wurde es zu viel, sie stand auf und rannte aus der großen Halle. Lily setzte sich, nachdem James endlich aufgehört hatte sie zu küssen, etwas weiter abseits von ihm, an den Tisch zwischen Mary und Claire. Sie hatte gerade erst einen Löffel von ihrem Müsli gegessen, als Mary plötzlich wieder eine Bemerkung von ihr in den Sinn kam.
„Sag mal Lily, was hast du letzte Nacht eigentlich so tolles geträumt? Oder hast du das vorhin nur so gesagt?“ Claire fühlte sich etwas unwohl, sie wusste nicht, ob sie die beiden alleine lassen sollte, schließlich gingen Lilys Träume sie gar nichts an, sie waren ja nicht mal befreundet. Sie wollte schon aufstehen als Lily antwortete: „Ach das, ja das wollte ich euch sowieso schon die ganze Zeit erzählen. Claire du kannst ruhig sitzen bleiben, du gehörst jetzt zu uns. Ich find dich nämlich echt nett und Mary auch nicht wahr?“ Mary nickte zur Antwort. „Du hast dich vorhin so für mich eingesetzt, das hat mich echt beeindruckt. Also, Freunde?“
„Was? Ohhh, ja natürlich möchte ich mit euch befreundet sein. Ich hab euch beobachtet. Ihr kommandiert euch nicht herum. Das hat Lara immer mit mir gemacht. Zum Glück ist das jetzt vorbei. Danke Lily, vielen Dank, dass du mir ne Chance gibst. Und das gilt selbstverständlich auch für dich Mary. Aber jetzt interessiert mich dein Traum. Du klingst nämlich total begeistert. Was ist passiert?“ Also begann Lily ihnen von ihrem Traum zu erzählen und die beiden hörten gespannt zu. Als Lily fertig erzählt hatte, waren sie für einen Moment baff. „Kein Wunder,“ dacht Lily, „ich hab ja bloß geträumt, dass ich mit James verheiratet bin und einen Sohn habe. So was träumt man ja nicht unbedingt jeden Tag. Zumindest nicht so real.“
Claire fing als erste wieder an zu reden: „Wow, Lily das klingt echt cool. Ich mein, das war doch nicht bloß ein Traum. Das klingt so echt. Ich meine, ich hab zwar keine Ahnung, wie man das feststellen kann, aber früher oder später wird sich das dann wohl zeigen.“
„Klar, und zwar, wenn sie von James schwanger ist, es ein Junge wird und sie James heiratet. Aber na ja, die Karten haben das ja schon immer gesagt. Das mit der Hochzeit und so weiter. Mal abwarten!“ sie grinste bei dem Gedanken.
„Was abwarten?“ fragte eine Stimme hinter ihnen. Sie drehten sich um und da standen sie vor ihnen, die Rumtreiber. Gesprochen hatte Sirius, doch alle vier sahen sie fragend an.
„Ob James und Lily heiraten und einen Sohn kriegen der Harry heißt.“ antwortete Mary sofort. „Danke, für deine Diskretion.“ murmelte Lily. Die vier Jungs fingen an zu grinsen.
„Hey Evans, nicht so schnell. Ihr seit noch nicht mal 24 Stunden zusammen und du weißt schon wie eure Kinder heißen werden? Ist das nicht ein wenig übertrieben?“ fragte Sirius sie belustigt.
„Haha Black, wirklich sehr lustig. Ich plane noch gar nichts. Ich hatte letzte Nacht nur so’n voll merkwürdigen Traum. Aber das geht dich ja wohl nichts an.“ Sagte Lily mit fester Stimme, doch man merkte, dass es ihr peinlich war.
„Komm Lily, lass uns einen Spaziergang machen, dann kannst du mir alles erzählen, was hältst du davon?“ fragte James.
„Klar, gerne.“ Lily stand auf und die zwei gingen nach draußen. Es war ein wunderschöner Sonntagnachmittag. Es war zwar schon Oktober aber trotzdem noch ziemlich warm. Ihre normalen Mäntel reichten völlig aus.
„Also Süße, was war das für ein Traum?“ fragte James neugierig. Lily erzählte ihm alles. Er hörte ihr gespannt zu. Am Ende sagte er: „Sag mal Süße, kannst du hellsehen? Wenn ja, dann hoffe ich, dass es wirklich so kommt. Echt krass, und er sah mir zum Verwechseln ähnlich? Und hatte von dir nur diese tollen grünen Augen? Außerdem spielt er Quidditch? Das wäre ja der absolute Traum!“
„Für dich ist das Aussehen und dass er Quidditch kann natürlich das Wichtigste. Du bist echt unmöglich.“ Sie lächelte ihn an, zog ihn an sich und küsste ihn. So standen sie einige Zeit lang auf den Länderein, bis sie beschlossen, wieder rein zu gehen und nach ihren Freunden zusehen. Lily hatte James die Sache mit Claire und Lara erklärt und dieser meinte, sie wäre ihm von Anfang an sympathisch und er würde versuchen, sie mit Sirius zusammen zubringen, wenn Lily einverstanden wäre. Was sie natürlich war, schließlich wollte sie für ihre neue Freundin nur das Beste. Für ihre alte selbstverständlich auch, aber an die hatte sie in diesem Moment gar nicht gedacht.

Kapitel 8

Lily und James waren nun schon seit einigen Wochen zusammen und das hatte jetzt auch der Letzte mit bekommen. Es ging auf Weihnachten zu und ihr Plan, Claire und Sirius zusammen zu bringen, sollte noch in dieser Woche anfangen. Sie hatten sich einen, ihrer Meinung nach, wasserdichten Plan ausgedacht. Sie wollten einfach dafür sorgen, dass die beiden so viel Zeit mit einander verbringen wie nur möglich und das alleine, ohne dass die anderen dabei waren. Und wo konnte man das laut James am besten?
„Beim Nachsitzen? Hast du sie noch alle? Wie sollen die sich beim Nachsitzen denn näher kommen?“ fragte Lily verdutzt und ärgerlich zu gleich. Sie glaubte, James meine es nicht ernst.
„Oh echt mal Lily, tut mir ja Leid das zu sagen, aber davon hast du absolut keine Ahnung. Ich meine, wann musstest du jemals nachsitzen?“ Lily schaute ihn an und musste grinsen, sie hatte noch nie nachsitzen müssen, James wusste das nur zu gut und fuhr fort, „Man ist zusammen in einem Raum z.B. das Pokalzimmer, das müsste eigentlich als nächstes wieder dran kommen, auf jeden Fall ist man dort ohne Lehrer oder irgendeiner anderen Aufsichtsperson. Es ist dunkel, spät in der Nacht und Sirius hasst es die Pokale zu putzen, da es auf Muggelart gemacht werden muss. Was denkst du? Meinst du echt die sitzen da dann stumm rum und putzen die Dinger? Nie im Leben. Ich kenn Sirius, der macht nebenbei seine kleinen Witze und unterhält sich. Glaub mir, das klappt.“
„Ich weiß nicht, das klappt bestimmt nicht. Wie wollen wir es eigentlich anstellen, dass Claire und Sirius zusammen Nachsitzen müssen? Und das mit dem Pokalzimmer können wir auch nicht voraussehen. Lass es uns anders versuchen!“
„Und wie, wenn ich fragen darf?“
„Ich weiß nicht, aber deine Idee ist so ...!“
„Kein aber, Schatz, wir machen es so.“ Lily sah ihn erstaunt an, „Was?“
„Nichts, es ist nur so, du hast mich vorher nie Schatz genannt“ meinte sie.
„Stört dich das? Ich kann es auch lassen, aber es ist doch die Wahrheit. Du bist mein Schatz.“ antwortete James ihr grinsend.
„Nein es stört mich nicht, ganz im Gegenteil. Ich war bloß erstaunt.“
Sie diskutierten noch eine Zeit lang über die Idee von James, doch da ihnen keine bessere einfiel beließen sie es dabei. Bei der nächsten Zaubertrankstunde würden sie dafür sorgen, dass die beiden Nachsitzen mussten. Lily kam sich ein wenig schlecht dabei vor, doch es war ja nur zu Claires besten. Ihre nächste Stunde würden sie Freitag haben, James konnte es kaum erwarten.
Als Lily am Freitagmorgen aufwachte, war sie ziemlich angespannt. Die ganze Zeit fragte sie sich, ob es gut gehen würde. Sie ging zum Frühstück und war heil froh darüber, dass Mary und Claire ihre Angespanntheit nicht bemerkten. Sie wollte sich gerade einen Toast machen, als James und seine Freunde die Halle betraten und auf sie zu kamen. James küsste Lily zur Begrüßung und ließ sich dann neben ihr auf die Bank fallen. Die anderen setzten sich ihnen gegenüber.
Als sie mit frühstücken fertig waren, gingen sie hinunter in die Kerker, da dort der Zaubertrankunterricht statt fand. Sie wurden von Slughorn angewiesen, sich in Zweiergruppen zusammen zu tun. Lily machte mit Mary und James mit Sirius. Lily fiel auf, das Marys Blick immer wieder zu Sirius wanderte. Das verwunderte sie etwas. Gut, sie wusste, dass Mary bis vor kurzen in ihn verknallt gewesen war, hatte allerdings vermutet, dass es sich letztendlich doch nur um eine Schwärmerei gehandelt hatte. War sie doch fest davon überzeugt gewesen dass sie jetzt in Theo verliebt war. Bei dem Gedanken stockte Lily, sie hatte ihre Freundin gar nicht nach dem Date mit ihm gefragt.
Lily merkte, dass James sie ansah. Er streckte den Daumen in die Höhe, das war das Zeichen, dass sie mit ihrem Plan anfangen konnten. Lily konnte jedoch nicht, nicht solange sie nicht wusste, dass Mary nicht in Sirius verliebt war. Also fasste sie sich ein Herz und sprach sie drauf an: „Ähm...Mary, sag mal bilde ich mir das nur ein oder schaust du Sirius die ganze Zeit über an? Bist etwa doch in ihn verliebt? Ich hatte gedacht du würdest jetzt auf Theo stehen. Da komm ich nicht mehr ganz mit!“ Mary sah Lily an und wusste, dass sie sie durchschaut hatte. „Oh man Lily, wie hast du das schon wieder raus bekommen. Ich meine, dass ich immer noch was von Sirius will. Wie kamst du darauf, dass ich etwas von Theo will? Das Date mit ihm war eine Katastrophe. Absolut krank der Typ.“
„Aber wo warst du dann die ganze Nacht über?“
„Na ja, ich war bis zehn Uhr mit Theo in Hogsmead, als wir wieder da waren, dachte ich mir, ich gebe ihm noch ’ne Chance und wir haben einen Spaziergang gemacht. Aber es hat sich nichts verändert. Ich bin in den Gemeinschaftsraum und hab dort Sirius getroffen. Er hat gemerkt, dass mein Tag scheiße war und gefragt was los sei. Ich hab’s ihm erzählt und er meinte, dass er dann ja das nächste Mal mit mir gehen kön...!“
„Er hat WAS? Und das erzählst du mir erst jetzt? Wie ging’s weiter?“
„Na ja, ich war erst mal total platt und meinte, ich würde drüber nachdenken. Er wirkte leicht geknickt und sagte, er müsse schlafen gehen. Ich saß dann noch etwas im Gemeinschaftsraum und hab drüber nachgedacht. Ich denke, ich werde mit ihm ausgehen, obwohl ich im ersten Moment sauer war, weil er mir nichts von euch beiden gesagt hatte.“
„Das war der Schock, den er hatte. Er hatte es noch nicht begriffen, glaub ich.“ meinte Lily mit falschem Grinsen. „Ich darf auf gar keinen Fall versuchen Claire mit Sirius zusammen zu bringen, wo ich jetzt doch weiß, wie sehr Mary ihn mag. Aber Claire wird bestimmt auch sauer sein, wenn ich Mary helfe. Oh verdammt, was mach ich bloß?“ dachte Lily. Sie sagte Mary, dass sie noch mehr Schlangenhaut brauchten und sie schnell welche holen würde, zusätzlich machte sie James ein Zeichen, dass er zum Vorratsschrank kommen sollte.
„Was? Warum fängst du nicht an? Du sollst doch den ersten Schritt machen!“ meinte er.
„Ich kann das nicht James.“ Sagte Lily nur.
„Warum denn nicht, Schatz? Was ist los? Wir haben doch alles besprochen!“
„Ja schon, aber ich hab gar nicht daran gedacht, wie es Mary dabei geht. James, Mary liebt ihn. Und ich denke, auch Sirius ist in sie verliebt. Ich kann doch nicht versuchen Claire mit Sirius zusammen zu bringen, wo ich doch weiß, dass meine beste Freundin ihn ebenfalls liebt. Und es wahrscheinlich auf Gegenseitigkeit beruht.“ Sagte Lily schnell und leise, so dass auch wirklich nur James sie hören konnte.
„Wie jetzt? Du meinst Tatze will was von Mary? Quatsch wie kommst du darauf? Das hätte er mir gesagt!“
„Bist du dir sicher, dass er es dir erzählen würde? Hast du ihnen vielleicht gesagt, dass du in mich verliebt bist? Ich meine bevor wir zusammen gekommen sind? Und wie ich darauf komme? Als sie aus Hogsmeade kam, ging’s ihr scheiße, weil ihr Tag voll zum kotzen gewesen ist. Sirius hat sie gefragt, was los sei, ihr zugehört und am Ende gefragt, ob sie nicht mal zusammen gehen wollen. Und als sie ihm gesagt hat, dass sie drüber nachdenken müsse, war er wohl etwas geknickt. Verstehst du? Ich glaub er mag sie. Wir dürfen unseren Plan nicht durchführen. Die sollen das schön selber regeln. Ich will keinen Streit mit meinen Freundinnen. Einverstanden?“
„Du bist der Boss!“ sagte James, „Dann ist der Plan hiermit gestorben!“
Sie gingen zurück an ihre Plätze und machten weiter.

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